Preis und KGV
Rund um die Bewertung von Aktien

Jeder, der sich mit dem Investment in Aktien befasst, hat irgendwann von sicheren Tipps, Schnäppchen und einmaligen Chancen gehört. Teuer oder billig? In solchen Fällen schauen informierte Anleger oft auf das viel beachtete KGV (Kurs- Gewinn-Verhältnis).

Bei wikipedia lautet die Definition für das KGV:

„Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) - engl. Price-Earnings-Ratio (PER) oder P/E Ratio) ist eine Kennzahl zur Beurteilung der Börsenbewertung einer Aktie. Hierbei wird der Kurs der Aktie in Relation zu
dem für die Zukunft - zum Beispiel für das kommende Geschäftsjahr - erwarteten Gewinn je Aktie (Konzern-Jahresüberschuss des Unternehmens geteilt durch Anzahl der Aktien) gesetzt.


Bei einem relativ niedrigen KGV gilt eine Aktie als günstig bewertet,  bei einem relativ hohen KGV als ungünstig.

Stark wachsende Unternehmen können trotz eines hohen KGV weiterhin noch Preissteigerungen bei reduziertem Risiko aufweisen. Es kommt somit  auf die Nachhaltigkeit des unterstellten Wachstums und auf
das Vertrauen der Anleger an.


Die Frage ob günstig (niedriges KGV) oder ungünstig (hohes KGV) ist oft eine optische Täuschung. Wenn ein niedriges KGV „billig“ bedeuten würde, würden alle Anleger die Papiere kaufen (und umgekehrt verkaufen). Vielmehr sind Rendite, Wachstums-
erwartung und Risiko vernetzt.

Das KGV reflektiert nur Wachstum, das mit Wertsteigerungen verbunden ist, die nicht im Jahresabschluss als Gewinn dargestellt werden. 
Bevor das unterstellte Wachstum, sich in Bilanzzahlen niederschlägt, können einige Perioden vergehen.
Die Aktie hat ein hohes KGV und wirkt daher „teuer“.
Umgekehrt: Hat ein Unternehmen eine Gewinn-
steigerung erfahren, die aber als nicht nachhaltig angesehen wird, dann ist trotzdem das KGV klein
und die und die Aktie wirkt günstig 1)


Ein niedriges KGV bedeutet daher nicht unbedingt
billig" sondern oft " unsicher und risikobehaftet".
Wenn das KGV 6 beträgt und die Aktie extrem volatil
ist, dann ist für den Anleger höchste Information gefragt.


 


1)  Quelle u.a. K. Spremann - Finanzanalyse und Unternehmensbewertung  - Oldenbourg Verlag

11/2006 TL

















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