Return on Invested Capital (ROIC)
Mit ROIC on the top?

Die Erwartungshaltung der Anteilseigner an das Management wird immer größer. Das Unternehmen soll Unternehmenswert generieren und eine Kapitalrendite liefern, die weit über die Unternehmenskapitalkosten (WACC) liegt. Ein Unternehmen kann demnach erst Mehrwert bilden, wenn der Return on Invested Capital (ROIC) höher liegt als die gewichteten Kapitalkosten (WACC). 

Zwei wichtige Indikatoren für die Messung der
Rentabilität des Gesamtkapitals:


Return on Equity (ROE = Eigenkapitalrentabilität) und
Return on Assets (ROA = Gesamtkapitalrentabilität).

Beide Werte können allerdings durch bilanztechnische „Maßnahmen“ ein wenig verschönt werden. Der ROE wird dann größer, wenn das Unternehmen verstärkt Fremdkapital einsetzt. Der ROA kann vom Abbau des Anlagevermögens profitieren.

Was hilft noch bei der Messung der Profitabilität?

In den neunziger Jahre hat die Firma Stern Steward & Co mit der Vorstellung des EVA®  (Economic Value Added) eine Möglichkeit gezeigt, wie man die Bildung eines Mehrwertes messen kann. Das ökonomische Wachstum eines Unternehmens soll allgemein der Renditeerwartung aller Kapitalgeber Rechnung tragen.
 
Im Zusammenhang mit diesem Modell steht oft ein mächtiger Indikator zum Vergleich von Unternehmen
im Vordergrund: der Return on Invested Capital (IC) oder ROIC bzw. die Rendite des effektiv investierten Kapitals.

Mit ROIC zum Wachstum?
Man könnte den ROIC auch als die rein operative Rendite des Unternehmens unter einem ökonomischen Aspekt definieren.

Ausgangspunkt für die Berechnung sind die Werte NOPAT =
Net Operating Profit after Tax und Invested Capital
(die Rendite des Eigen- und verzinslichen Fremdkapitals).

Der Wert NOPAT stellt  das rein operative Ergebnis dar und vergleichbar mit derm EBITDA-Ergebnis. Sonstige betriebliche Aufwendungen/Erträge oder Abschreibungen auf den Firmenwert werden zurückgerechnet. Aus der Relation NOPAT/IC ergibt
sich der Return on Invested Capital (ROIC).  Je größer der ROIC, desto mehr ökonomisches Wachstum wurde gebildet.

Der ROIC wird anschliessend den risikobehafteten Kapitalkosten (WACC/Beta) des Unternehmens gegenübergestellt. Daraus entsteht eine Abweichung (Spread ROIC-WACC), die wiederum positiv sein muss (= Mehrwert).


Die Kehrseite der Medaille ist, dass bei einem negativen Spread das ökonomische Kapital der Eigner vernichtet wird (das Risiko steigt mit dem Beta-Faktor). Somit kann ein Unternehmen auch dann Vermögen vernichten, wenn es einen positiven ROIC aufweist, dieser aber niedriger ist als die vom Markt verlangte Rendite.

Mehr dazu: EBITDA & Co.

Quelle u.a. The Mechanics of the Economic Model by A. Chan
Ausführlicher Beitrag unter: The Economic Model

EVA® ist ein eingetragenes Warenzeichen der Firma Stern Steward & Co, New York.





































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