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Risk
& Return
Zwei
ungleiche Geschwister
Risiko
und Rendite sind Geschwister und unzertrennlich. Sie arbeiten
stets am gleichen Ort (oft an der Börse); sind aber im Wesen vollkommen
unterschiedlich. Sie sind weder Pessimisten noch Optimisten. Sie
ersteigen
die Berge des Erfolges immer gemeinsam und verspeisen stets die
gleiche Menge. Sie sind einfach Äquilibristen - Markt-Äquilibristen.
Auf
den Aktienmarkt bezogen, wäre dieses Gleichgewicht (engl.
Equilibrium)
Renditeerwartung
= Risikoeinschätzung, also Chancengleichheit. Dieser Vergleich geht auf
das CAPM Modell zurück, das durch die Verwendung des Betas, Risiko- und
Renditechancen gleichstellt. Eine höhere Rendite bedeutet mehr Risiko
und verlangt eine höhere Prämie. Das erwartete Wachstum
wird somit proportional zum Risiko diskontiert.
Der
Beta-Faktor
Wenn
Sie an der Börse aktiv sind, werden Sie dem Begriff bzw. dem
Indikator Beta-Faktor (Beta) begegnet sein. Das Beta mißt die Relation
bzw. die Schwankung einer Aktie gegenüber dem allgemeinen Index bzw.
der Vergleichsrendite. Ein
Beta von 1,5 bedeutet, dass, wenn der Markt z.B. um 10% steigt, die
betrachtete Aktie um 15% reagieren sollte. Ein Beta < 1 zeugt
für
mehr Anlagesicherheit, ein Beta > 1 für mehr Rendite- erwartung aber
mehr
Risiko.
Bei einem Beta > 1 ist nur dann eine höhere
Rendite
u erwarten, wenn die durch das Beta ausgedruckte Unsicherheit
nachlässt. Wenn die Erwartungen für das Unternehmen weiterhin
pessimistisch bleiben, kann selbst eine kräftige Gesamtmarktsteigerung,
eine
Aktie aus der unsicheren
Lage nicht befreien.
Das
Capital-Asset Pricing Modell (CAPM) (1)
Das
CAPM Modell basiert auf einer Studie des Nobelpreisträgers William
Scharpe aus den 60er
Jahren. Es versucht, eine Relation bzw. ein
Gleichgewicht
zwischen Risiko und Rendite einer
Aktie gegenüber dem Benchmark oder
einem
Portfolio aufzuzeigen.
Ausgehend
von der Annahme, dass das Risiko einer Anlage sowohl ein
Marktrisiko (betrifft alle Aktien) als
auch ein spezifisches Risiko besitzt (betrifft nur eine Aktie oder ein
Portfolio), wird ein Anleger für das Tragen eines Mehr-Risikos
gegenüber einem allgemeinen Marktrisiko mehr Rendite
verlangen.
Eine Diversifikation des Portfolios reduziert
dementsprechend das Risiko. Die maximale Diversifikation wäre demnach
mit dem Index selbst
zu erreichen. Ein
Indikator, der dieses Gleichgewicht aufzeigt, ist der Beta-Faktor. Je
höher
der Wert desto höher sind die Renditechancen und das Risiko.
Das
Beta stellt somit die Neigung der verlangten Rendite (z.B. 12%) zur
Kapitalmarktlinie (KML) zum Benchmark dar. Die KML - ohne Beta - ist
vergleichbar mit den Kapitakosten (WACC) eines Unternehmens.
(1) Quelle
und weiterführende Literatur
J.
Van Horne – J. Wachowicz, jr.
Fundamentals of
Financial Management – by Prentice Hall
R. Brealey – S. Myers – Principles of Corporate Finance
by McGraw-Hill International
2006/TL
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